Willkommenskultur am Ende der Kräfte

Willkommenskultur am Ende der Kräfte

Rathaus klein

In einem Informationsschreiben vom 19.01.2015 teilt Stadtdirektor Michael Townsend mit, dass die Grundversorgung der in Bochum lebenden Asylbewerber zukünftig nicht mehr durch städtische Mitarbeiter, sondern durch Träger der freien Wohlfahrtspflege erfolgen soll. Entsprechende Leistungspakete, die die Sozialbetreuung, die Heimverwaltungen, das Facility-Management, den Wachdienst und das Catering umfassen soll, werden zunächst nur für neue Einrichtungen vergeben, um dann in der Folge auf alle Bochumer Einrichtungen erweitert zu werden.

Damit bestätigt sich, was die AfD schon seit Monaten vorhergesagt hat. Die Stadt ist mit Ihren personellen Ressourcen am Ende. Schon länger war bekannt, dass der Krankenstand im Bereich der Flüchtlingsbetreuung exorbitant hoch ist. Hauptgrund ist die dauerhafte Überbelastung der Mitarbeiter. Nun hat der Stadtdirektor, der seit Mitte des letzten Jahres auch Flüchtlingskoordinator ist, die Reißleine gezogen.

Die AfD bezweifelt jedoch, dass die Neuausrichtung zielführend sein wird. Auch wenn Caritas, AWO und Co sicherlich Erfahrung in der Flüchtlingsbetreuung haben, fehlt auch Ihnen das erforderliche Personal, um diese Aufgabe bewältigen zu können. Neues Personal im Bereich der Sozialbetreuung ist schwer zu finden, da der Arbeitsmarkt fast leergefegt ist. Außerdem fehlt die Erfahrung in den Fachgebieten des Sicherheits- und des Facility-Managements sowie im Bereich des Caterings. Mit diesem Schritt werden, mehr noch als bisher, ehrenamtliche Mitarbeiter in Anspruch genommen, was allein durch häufig fehlende Professionalität und hohe Fluktuationsrate der Helfer sehr bedenklich ist.

Wolf-Dieter Liese, Fraktionssprecher der AfD im Rat sagt dazu: „Gerade im Bereich des Betreuungs- und Sicherheitsmanagements kann sich die Stadt keine Blöße leisten. Das hat unmittelbare Folgen für die Akzeptanz der Einrichtungen bei der Bevölkerung. Auch wenn die Abwälzung der städtischen Probleme auf andere Träger menschlich nachvollziehbar ist, wird dies die Lage nur verschlimmern. Die Überforderung der Städte und Gemeinden durch die katastrophale Flüchtlingspolitik der Bundesregierung wird immer offensichtlicher, was nicht zuletzt mit dem geplanten Protest Essener SPD-Kreisverbände gegen Flüchtlingsunterkünfte sichtbar wird.“