AfD-Antrag: Angsträume verhindern

AfD-Antrag: Angsträume verhindern

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, in welcher Höhe und aus welchen Quellen Mittel bereitgestellt werden können, um weitere Vollzeitstellen bei der Krisenhilfe Bochum zu schaffen, damit diese ihre Öffnungszeiten täglich bis 19:00 Uhr ausdehnen kann.

Begründung:

Der Verein Krisenhilfe e. V. Bochum ist seit 1975 in der ambulanten Drogenhilfe tätig. Er hat sich im Laufe der Zeit zu einer zentralen Einrichtung für die Betreuung von Drogenabhängigen in Bochum entwickelt. Der Verein unterhält unter anderem seit 2002 in der Viktoriastraße einen Drogenkonsumraum, in dem Abhängige unter Aufsicht Drogen konsumieren können. Außerdem wird vor Ort ärztliche Hilfe, medizinische Betreuung durch eine Krankenschwester sowie ein Aufenthaltsraum mit der Ausgabe von alkoholfreien Getränken und Speisen angeboten.

Diese Einrichtung hat sich zu einem zentralen Anlauf- und Aufenthaltspunkt für viele Abhängige entwickelt. Es ist damit gelungen, die an vielen Stellen im Stadtbild unerwünschten Aufenthaltsorte für Drogenabhängige aufzulösen und in dieser Einrichtung zu konzentrieren. Leider wurden durch Einsparungen die Zuschüsse für den Verein soweit heruntergefahren, dass dieser nicht mehr in der Lage ist, die Einrichtung über den ganzen Tag geöffnet zu halten. Die Öffnungszeiten mussten wochentags auf die Vormittagsstunden von 9:00 bis 13:00 reduziert werden.

Nach Schließung der Einrichtung ist eine Wanderung des Klientels vor allem zum Buddenbergplatz hinter dem Bahnhof zu beobachten. Damit kommt es dort zu einer Konzentration der Szene, die bei vielen Bürgern und Fahrgästen als Angstraum wahrgenommen wird. Weil dies auch inzwischen von der Verwaltung so eingeschätzt wird, hat der Oberbürgermeister ein Konzept zur Beseitigung der bekannten Probleme an diesem Standort angekündigt.

Durch die angestrebte Verlängerung der Öffnungszeiten der Krisenhilfe kann einem Teil der Szene ein angemessenes Angebot für einen Aufenthalt bis in die Abendstunden in der Viktoriastraße geboten werden und damit die Situation am Hauptbahnhof vor allem zu den Hauptverkehrszeiten entlastet werden. Denkbar wäre, zunächst in einer Testphase zu prüfen, ob die vermutete Wirkung tatsächlich einsetzt.