Anfrage der AfD an den Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung zur Sitzung am 09.03.2021
Hier: Zerstörung des Brutgebietes und des Lebensraumes des Uhus im Bereich Lottental

Wie Anwohner berichteten wird der Bereich Kalwes/ Lottenbach seit geraumer Zeit, vermehrt jedoch in den letzten 3 Jahren, von Mountainbikern genutzt.
Sie haben im Bereich zwischen der Straße Im Lottental, ungefähr ab Haus Nr. 38 in östlicher Richtung, bis zur Einmündung Hevener Str. in südlicher Richtung und im gesamten stark ansteigenden Gebiet des Kalwes, bis etwa Höhe Kollegstr. und auch darüber hinaus, unerlaubt wilde Abfahrtspisten gebaut, die mittlerweile sehr rege genutzt und mit Steilkurven und Sprungschanzen ausgebaut wurden.
Diese Tatsachen wurden bereits dem damals zuständigen Bezirksbürgermeister mitgeteilt und im Rahmen einer Begehung verifiziert.
Geschehen ist leider seit dem nur die Frequentierung des Geländes. Diese hat stark zugenommen.
In diesem Bereich befindet sich neben der „Grünen Schule“, der ehemalige Steinbruch der Zeche Klosterbusch, dieser wird seit etlichen Jahren von Uhr Paaren als Nist- und Brutstätte genutzt. Nachdem nun die Freizeitaktivität der Mountainbiker, selbst bei den Schneelagen der letzten Winter, stark zugenommen hat, ist bereits im letzten Jahr das Brutgeschehen dort ausgeblieben. Durch das rücksichtslose Verhalten, gerade auch in den schönen Tagen der Brut- und Setzzeiten werden der seltenen und vom Aussterben bedrohten Eulenart die Grundlagen der Nahrung, durch das Verscheuchen der üblichen Beutetiere, genommen.
Das Brutgeschehen wird jeweils und extrem gestört, so dass bereits einmal die Brut durch die empfindlichen Tiere aufgegeben wurde.
Die Mountainbiker verstoßen hier eklatant gegen § 2 Abs. 3 und § 3 Abs. 1b Landesforstgesetz in Verbindung mit § 14 Bundeswaldgesetz. Auch ist dort das Verlassen der Wege und das Befahren des gesamten Geländes verboten, wie auf etlichen Hinweisschildern ringsum den Kalwes, unter Hinweis auf die Tagesbruchgefahr in dem Bereich, deutlich gemacht wird. Das wird aber von den Mountainbikern ignoriert. Die zunehmende Vermüllung an den Strecken stellt ebenfalls ein Problem dar. Die Gefahren, denen man als Spaziergänger auf den öffentlichen Waldwegen in diesem Bereich durch die kreuzenden Abfahrten, sind nicht zu unterschätzen, zumal sich die Mountainbiker auch im Auslaufbereich der Pisten durch den Verkehr auf der Straße Im Lottental selbst gefährden.
Dies ist aber nur ein Teil des dortigen Problems, ein weiteres und immer häufiger auftretendes Problem stellt das Verhalten einiger Hundehalter dar, die ihre Tiere in dem Bereich unangeleint laufen lassen und somit keinen direkten Einfluss auf ihre Tiere ausüben können.
Hier kann häufig beobachtet werden, dass insbesondere das Rehwild und die hier nur noch selten vorkommenden Hasen (Lepus lepus) gehetzt und sogar gerissen werden. Eindeutige Risse werden immer häufiger gefunden. Auch dieses Verhalten ist für die Brut und Aufzucht der Uhus absolut kontraproduktiv. Außerdem wird hier eklatant gegen § 2 Landesforstgesetz in Verbindung mit § 25 Landesjagdgesetz und den Verordnungen der Stadt Bochum verstoßen.
Die AfD stellt hierzu folgende Fragen:

  1. Sind die Zustände im Gebiet des Kalwes der Stadtverwaltung bekannt?
  2. Warum wurde durch die Bezirksverwaltung Südwest nichts gegen diese Pisten unternommen?
  3. Was unternimmt die Verwaltung in diesem Bereich zu Schutz des Uhus?
  4. Wird der Bereich kontrolliert?
  5. Wurden bei den Kontrollen Nutzer der Mountainbikestrecken angetroffen?
  6. Wurden Verstöße in dem Bereich durch Hundehalter festgestellt und wurden diese sanktioniert?